1 Jahr Supervision in Kleingruppe für TA-Fortgeschrittene

Regelmässige Supervisionseinheiten sind ein wesentlicher Bestandteil des Trainings. 

Das Institut ASTA bietet  die Möglichkeit der Livesupervision an:

Die Supervisanden und Supervisandinnen bringen Klienten/Klientinnen, mit denen sie bereits in einem Beratungsprozess sind, in das Training mit und führen eine Beratung durch. Die übrigen Die Supervisanden und Supervisandinnen verfolgen den Beratungsprozess auf dem Bildschirm im Nebenzimmer. Sie können die Beobachtungen zum Prozess und zur Dynamik laufend austauschen, und wenn es notwendig wird, kann direkt in den Prozess eingegriffen werden. Eine solche Livesupervision ist dann sinnvoll, wenn der Berater/die Beraterin im Prozess nicht mehr weiterkommt, in einer Sackgasse steckt. Die Livesupervision soll dem Prozess eine neue Wende geben.

Zur Prüfungsvorbereitung gehören Tonband oder Videosupervision

Üben, üben und nochmals üben. Die Supervisanden und Supervisandinnen können Tonbänder oder Videobänder für die Supervision mitbringen um so ihre Arbeit vorzustellen.

 

Aufgaben und Funktionen der Supervision nach Elisabeth Holloway

Supervisionsaufgaben 

Aufgabe ist: "Eine klar definierte Arbeitseinheit, wie sie einer Person übertragen oder von ihr erwartet wird" (Stein)

Methodenkompetenz: 

Dazu gehören unter anderem: Kommunikationsmuster, Empathie, Beratungstechniken, Fertigkeiten, die der Supervisor ganz allgemein für Grundvoraussetzungen psychologischer Methodenkompetenz hält.

Fallbezogene Konzeptbildung: 

Erfordert, dass sowohl Supervisor als auch Supervisandin die (psychologische) Geschichte und das dargestellte Problem der Klientin kennen. Die Entwicklung eines Konzeptgerüstes ist für die Ausbildung von entscheidender Bedeutung. Häufig steht die fallbezogene Konzeptbildung im Mittelpunkt der Ausbildung, weil der Supervisor die Auszubildenden dahin führen will, dass sie das Verhalten des Klienten verstehen und es dann vor dem Hintergrund theoretischer Erkenntnisse betrachten.

Professionelle Rolle befasst sich mit Fragen, wie Supervisanden

 a. angemessene Mittel von ausserhalb für den Klienten einsetzen 

b. Grundsätze professioneller und ethischer Handlungsweisen anwenden

c. Regelmässig Aufzeichnungen erstellen, um Vorgehensweisen zu reflektieren 

d. aktiv an der Supervisionsbeziehung teilhaben 

Um eine ethische und wirkungsvolle Lernumgebung zu schaffen, ist es für alle Beteiligten von entscheidender Bedeutung, sowohl die Grenzen als auch die Verantwortlichkeiten ihrer jeweiligen Rolle zu beachten.

Emotionale Achtsamkeit: (intra- und extrapsychisch)

Es geht darum, dass Auszubildende ihre eigenen Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen wahrnehmen, die aus der Arbeit mit Klienten und Supervisoren resultieren. Auch die emotionalen Reaktionen der Supervisanden im Supervisionsprozess können für deren Arbeit mit Klienten von Bedeutung sein. So kann der Supervisor auf eine Reinszenierung einer emotionalen Dynamik aufmerksam machen. (Parallelprozess)

Selbsteischätzung: 

Bereitschaft und Fähigkeit, die Grenzen der eigenen Kompetenz, die Effektivität und Fortschritte beim Klienten zu erkennen, sind ethische Verantwortung. Für den Vorgang der Selbsteinschätzung dient der Supervisor ständig als Modell. 

Supervisionsfunktionen (Arbeit des Supervisors)

Funktion ist: "Die Art der Handlung oder Tätigkeit, die einer Person oder einem Gegenstand eigen ist, der Zweck, für welchen etwas da ist oder entwickelt wurde; die Ausführung einer spezialisierten Handlung." (Stein)

Kritisches Beurteilen

Die professionelle Verantwortung des Supervisors besteht darin, die Arbeit des Supervisanden zu beobachten und sie während der Entwicklung und abschliessend zu beurteilen. Meinung und Urteil des Supervisors sind wichtig, egal ob sie implizit oder explizit ausgedrückt werden.

Beurteilungskriterien sind genau definierte Aufgaben oder Fertigkeiten, die für Berufsausbildung, Ausbildungsprogramm, die Supervisorin und die persönlichen Lernbedürfnisse des Studenten erforderlich sind.

In gewissem Sinne führt die Supervisorin ständig eine kritische Bestandesaufnahme durch, weil sie sowohl in pädagogischer als auch in ethischer Hinsicht für die praktische Arbeit des Studenten verantwortlich ist.

Lehren und Erklärenbeinhalten, dass die Supervisorin Informationen, Meinungen und Empfehlungen auf der Grundlage ihrer professionellen Kenntnisse und Fähigkeiten anbietet. In der Funktion des Erklärens werden die fachliche Autorität und Legitimation angewendet. Die Erkenntnisse der Prozessforschung zur Supervision zeigen, dass dieses dominierende Interaktionsmuster ein Lehr- und Beratungsverhalten der Supervisorin ist, welchem der Student zustimmt oder zu welchem die Supervisorin durch ihre Erklärung ermutigt.

Modell/Vorbild sein

Die Supervisorin ist Modell und Vorbild für professionelles Verhalten und Handeln, sowohl implizit innerhalb der Supervisionsbeziehung als auch explizit, wenn sie für Supervisanden oder Klienten ein Rollenspiel durchführt. Für diese Funktion ist die Fach- und Beziehungsautorität von Bedeutung.

Zielgerichtetes Fragen

Supervisorin fördert problemlösende Fähigkeiten für klinische und berufsbezogene Situationen dadurch, dass sie von der Supervisandin Informationen und Meinungen abfragt. Auch hier ist die Ausübung von Fach- und Beziehungsautorität von grösster Bedeutung. Sind die Teilnehmenden kooperativ damit beschäftigt, Tatsachen und Problemlösungen herauszufinden, dann verläuft die Kommunikation zweiseitig und interaktiv. Zu Beginn jedes Interviews stellt die Supervisorin dem Studenten häufig zielgerichtete Fragen über die jüngsten Entwicklungen spezifischer Klienten- und Studententhemen. Dieser Klärungsprozess ist vor allem deshalb besonders angemessen, weil die Supervisorin den Studenten dazu ermutigt, sein Beratungs-verhalten selbst zu beurteilen, anstatt es direkt zu bewerten.

Unterstützen und persönlicher Austausch

Der Supervisor untestützt den Supervisanden durch empathische Aufmerksamkeit, Ermutigung und konstruktive Konfrontation. Zur Ausübung dieser Funktion gehören auch die Beziehungsautorität des Supervisors, weil seine Ansichten zu persönlichen und zwischenmenschlichen Themen nur dann vom Supervisanden ernst genommen werden, wenn er den Supervisor respektiert und als wichtig und vertrauensvoll erlebt.

Aufnahmebedingung: Abschluss der Basisausbildung (Praxiskompetenz) 

Gruppengrösse: 3-4 Personen 

Wann und wie oft: 8 Halbtagesseminare à 3 Stunden auf ein Jahr verteilt 

Kurskosten: Fr.1200.- bei 4Personen / Fr.1600.- bei 3 Personen

Anmeldung telefonisch 071 /222 20 32 oder mit dem Kontakt Mail

Kompetenzforum 2016